Gene tei­len mit einem Unbe­kann­ten — Spen­der­kin­der und ihre schwie­ri­ge Fami­li­en­ge­schich­te SR2 Kul­tur­ra­dio — 6. Juni 2015 9:05 -9:30 — Hör Stoff

Das Geschäft mit dem Kin­der­wunsch blüht. Heu­te spricht man gar schon von gene­ti­schem Patch­work: Künst­li­che Befruch­tung, Eizell­spen­de, Leih­müt­ter… Ärz­te kön­nen heu­te vie­len Wunsch­el­tern zum Kind ver­hel­fen. Doch nicht alle Metho­den sind in Deutsch­land erlaubt. Aller­dings haben die­se Metho­den eins gemein­sam. Sie ver­än­dern das tra­di­tio­nel­le Fami­li­en­bild von Vater-Mut­ter-Kind. Das gilt auch für die Samen­spen­de, die hier­zu­lan­de ganz legal ist. Mehr als 100.000 Spen­der­kin­der leben in Deutsch­land, laut Schät­zun­gen von Exper­ten. Sie haben einen sozia­len Vater, zu dem sie Papa sagen, mit dem sie aber nicht ver­wandt sind und einen gene­ti­schen Vater, dem Samen­spen­der, den sie erst ein­mal nicht ken­nen. Zwar hat jedes Kind ein Recht, sei­ne Her­kunft zu erfah­ren, so heißt es schon seit 1989 in der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on, doch die Pra­xis gestal­te­te sich schwie­rig, da die Unter­la­gen bereits nach 10 Jah­ren ver­nich­tet wur­den. Seit Janu­ar die­ses Jah­res hat sich die Situa­ti­on geän­dert. Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied, dass auch Kin­der ein Recht haben, zu erfah­ren, von wem sie abstam­men. Damit ist heu­te eine anony­me Samen­spen­de nicht mehr mög­lich. Um her­aus­zu­fin­den, vor wel­che Her­aus­for­de­rung die Samen­spen­de den­noch alle Betei­lig­ten stellt, hat Rita Hom­feldt eine Samen­bank besucht, mit Exper­ten gespro­chen und ein Ehe­paar auf­ge­sucht, deren Kin­der­wunsch sich vor ein paar Mona­ten erfüllt hat. Denn Fra­gen blei­ben: Wel­che Rol­le spielt der bio­lo­gi­sche Vater bei einem Spen­der­kind und wel­che der sozia­le? Wie sol­len die Wunsch­el­tern mit die­ser schwie­ri­gen Kon­stel­la­ti­on umge­hen? Was soll in der Fami­lie kom­mu­ni­ziert wer­den?

Hinterlasse einen Kommentar