Fit­ness­tra­cker und Co. Wenn der Chip alles über uns ver­rät

Fit­ness­tra­cker, Smart­wat­ches und Co.
Hes­si­scher Rund­funk HR2 — 1.5.2016 11:30 — Cami­no

Die Tech­nik an sich ist nicht neu. Sen­so­ren fin­det man reich­lich in unse­rer Umge­bung: Rauch­mel­der, Bewe­gungs­mel­der oder die auto­ma­ti­sche Herd­ab­schal­tung sind Bei­spie­le dafür. Sie machen den Wohn­raum von alten Men­schen siche­rer und ermög­li­chen ihnen ein weit­ge­hend selbst­stän­di­ges Leben. Fach­leu­te spre­chen von alters­ge­rech­ten Assis­tenz­sys­te­men, zu denen auch soge­nann­te Weara­bles gehö­ren. Hier rückt die Sen­so­ren­tech­nik den Men­schen sprich­wört­lich auf den Leib, zeich­net Vital­da­ten wie Puls und Blut­druck auf und löst bei Abwei­chung vom Norm­wert Inter­ven­tio­nen aus. Doch was der Sicher­heit dient, ist ambi­va­lent zu sehen, so der Ethi­ker Arne Man­ze­schke, weil die­se Form der Siche­rung immer auch den Cha­rak­ter der Beauf­sich­ti­gung, der Über­wa­chung haben muss. Anders kann man die­se Sicher­heit eben nicht her­stel­len. Wie­weit hier jetzt Sicher­heit und Frei­heit gegen­ein­an­der ein­ge­tauscht wer­den, ist ja nicht nur eine Fra­ge, die wir bei alten Men­schen haben, die haben wir auch im poli­ti­schen Bereich, wo die Fra­ge nach Sicher­heit, Über­wa­chung und Frei­heit auch ver­han­delt wird.

Wo sind da die Gren­zen? Wo hört die Frei­heit auf, wo fängt die Über­wa­chung an? Fra­gen, die nicht pau­schal zu beant­wor­ten sind, sagt der Ethi­ker vom Insti­tut Tech­nik-Theo­lo­gie-Natur­wis­sen­schaf­ten, kurz TTN. Er hat eine Stu­die über alters­ge­rech­te Assis­tenz­sys­te­me ver­fasst und dabei festgestellt,dass näm­lich die Leu­te, die sich von den Sicher­heits­sys­te­men einen per­sön­li­chen Nut­zen ver­spre­chen, sehr schnell bereit sind, bei­spiels­wei­se ihre per­sön­li­chen Frei­hei­ten dran­zu­ge­ben. Dass sie sagen, o.k. ich füh­le mich sicher, wenn mei­ne bür­ger­li­che Frei­heit, mein infor­ma­tio­nel­les Selbst­be­stim­mungs­recht oder ande­re Sachen dabei per­du sind, macht ja nichts. Das ist die indi­vi­du­el­le Per­spek­ti­ve, die sehr stark vom eige­nen Nut­zen bestimmt ist.

Doch wis­sen die­se Men­schen, auf was sie sich bei die­sen Tech­no­lo­gi­en wie Fit­ness­tra­cker und Smart­wat­ches ein­las­sen, wo ihre Kör­per­da­ten nicht nur gemes­sen, son­dern auch über­tra­gen und unter­ein­an­der ver­netzt wer­den? Sen­so­rik wird dadurch auf eine ganz ande­re Ebe­ne geho­ben, weil die Dimen­si­on eine ganz ande­re ist und Daten­ban­ken dran­hän­gen, die ver­schie­de­ne Ergeb­nis­se zu Algo­rith­men ver­knüp­fen. Sozio­lo­ge Wil­ly Vie­hö­ver vom Insti­tut TTN gibt zu beden­ken:

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